• Nicht noch mehr Steuergelder für den gemeinnützigen Wohnungsbau

Nicht noch mehr Steuergelder für den gemeinnützigen Wohnungsbau

21.12.2018 Reto Nick, Geschäftsführer Hauseigentümerverband Graubünden

Der Nationalrat will den sogenannten «Fonds de Roulement» als Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» um weitere 250 Millionen Franken aufstocken. Mit dem «Fonds de Roulement», das sind zinsgünstige Darlehen, kann der Bund den Bau oder die Erneuerung von Mietwohnungen des gemeinnützigen Wohnungsbaus fördern. Das Ziel: die Wohnungsknappheit eliminieren.

Die aktuellen Analysen zum Wohnungsmarkt zeigen jedoch, dass die Zahl leerer Wohnungen in der gesamten Schweiz laufend steigt. So gab es im Kanton Graubünden am 1. Juni 2018 nicht weniger als 2'740 leerstehende Wohnungen. Auch die Insertionszeiten von Mietwohnungen auf Internetplattformen haben zugenommen. An vielen Orten locken Vermieter bereits mit Gratismonaten für ihre Wohnungen. Damit ist auch eine Entspannung bei den Mietpreisen der angebotenen Wohnungen eingeläutet. Wie der Bundesrat zu Recht betont, ist die Wohnraumversorgung in der Schweiz primär der Privatwirtschaft zu überlassen. Eine staatliche Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus ist somit völlig überflüssig. Eine Ausdehnung der staatlichen Förderungen geht zudem auf Kosten der Steuerzahler.
Statt noch mehr Steuergelder in den Wohnungsbau zu investieren, sind die baurechtlichen und weiteren Rahmenbedingungen für kostengünstigere privatwirtschaftliche Wohnbauten zu schaffen und Marktverzerrungen abzubauen. 

Reto Nick, Geschäftsführer Hauseigentümerverband Graubünden