• Marschhalt bei der Inventarisierung von schutzwürdigen Objekten

Marschhalt bei der Inventarisierung von schutzwürdigen Objekten

08.12.2020

Ni. Die Bündner Baukultur umfasst ein breites Spektrum an historischen und baukünstlerischen Bauwerken. Ihnen gebührt besondere Aufmerksamkeit. Um historische Gebäude und andere Schutzobjekte für künftige Generationen erhalten zu können, braucht es einen unbürokratischen und effizienten Denkmalschutz. Zurzeit werden in Graubünden Inventarlisten von schutzwürdigen Objekten erstellt. Die Aufnahme in ein Inventar hat erhebliche Auswirkungen für die betroffenen Grundeigentümer. Aber auch die Entwicklung einer Gemeinde als Ganzes kann – wenn viele Objekte oder gar Gebäudegruppen unter Schutz gestellt werden – massgeblich beeinflusst werden.

Zu Beginn der Inventarisierung in Graubünden wurden die Haus- und Grundstückeigentümer gar nicht oder zu spät informiert. Das rief den Hauseigentümerverband Graubünden auf den Plan. Neben der unterlassenen Informierung der Betroffenen wurde auch kritisiert, dass zu viele Objekte auf die Inventarliste gesetzt worden seien. Dies hatte zur Folge, dass anlässlich der Februar- und Dezembersession 2019 der Grosse Rat der Regierung zwei Aufträge überwies (Aufträge Bigliel und Crameri). Diese forderten unter anderem zu prüfen, ob allenfalls ein Marschhalt für die Inventarisierung oder die Sistierung der Inventarisierung angezeigt sei, bis die Aufträge umgesetzt werden könnten.

Vor dem Hintergrund dieser Aufträge und bis zur Klärung der rechtlichen Situation hat die Regierung kürzlich beschlossen, einen Marschhalt bei der Erarbeitung der Inventarlisten einzulegen. Der HEV Graubünden begrüsst diesen Schritt, denn einerseits ist bei der Inventarisierung Augenmass gefragt und andererseits braucht es bezüglich der Erarbeitung eines kantonalen Inventars von schutzwürdigen Einzelbauten, Gebäudegruppen und Ortsbildern ein Miteinander. Der HEV Graubünden ist dazu bereit.