• Der Staat ist süchtig nach Erträgen aus Immobilien

Der Staat ist süchtig nach Erträgen aus Immobilien

05.09.2019

Der Bund hat eine Vorlage zur Abschaffung des Eigenmietwertes für selbstgenutztes Wohneigentum in die Vernehmlassung geschickt. Laut einer Medienmitteilung will die Bündner Regierung den Eigenmietwert jedoch nicht abschaffen.

Das ist weiter nicht erstaunlich, denn für den Fiskus sind Liegenschaften seit jeher Objekte der Begierde. Die Optik der Regierung ist einseitig nur auf die Staatskasse ausgerichtet – ohne Rücksicht auf eine übergeordnete volkswirtschaftliche Sicht, nämlich dem Ziel der Reduktion der Verschuldung der Bevölkerung. Seit dem Jahr 2001 sind denn auch die verschiedenen Steuer- und Gebühreneinnahmen aus Immobilien stark angestiegen. Häuser sind für den Staat, weil unbeweglich und wertvoll, als Basis für Steuern und Abgaben beliebt. Diese reichen von Gebühren für Baubewilligungen bis hin zu Steuern ohne direkte Gegenleistung, wie die Vermögenssteuer, die Grundstückgewinnsteuer oder die Besteuerung des Eigenmietwertes.

Das geltende System der Eigenmietwertbesteuerung benachteiligt vor allem ältere Wohneigentümer, die ihre Hypotheken weitgehend oder ganz amortisiert haben und von einem bescheidenen Einkommen leben müssen: Diese Personengruppe wird durch die Aufrechnung des Eigenmietwertes als nicht reales Einkommen steuerlich besonders bestraft, wird doch durch den Eigenmietwert das steuerbare Einkommen erhöht.

Wohneigentum ist einer der wichtigsten Pfeiler der Altersvorsorge: Mit Wohneigentum wird auf sinnvolle Weise eine sichere Vermögensreserve für das Alter angespart. Es ist Zeit diese Steuer abzuschaffen.

Reto Nick, Geschäftsführer HEV Graubünden